Auf ein Wort

 

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Miteinander Oktober 2018

 

Gedankenanstoß für Oktober 2018

Ein Wort vorweg

Herr, all mein Sehnen liegt offen vor dir, mein Seufzen war dir nicht verborgen. Psalm 38,10

Dieses Wort für den Monat Oktober stammt aus dem großen Liederbuch der Bibel, aus dem im Volks Israel in alten Zeiten gesungen wurde. Heute nehmen es viele Christen als Anleitung für ihr eigenes Gebet.

Unser aus dem Psalm 38 entnommener Vers ist ein Stoßseufzer zum Himmel. Schaut man sich den Zusammenhang an, in dem unser Satz steht, so findet man dort sämtliche körperlichen und seelischen Leiden, die man sich vorstellen kann. Es ist von Schmerzen, Trauer, Taubheit und Verstummen und von eiternden Wunden die Rede. Der gesamte Leib des Beters ist krank. Auch das Problem der Sünde wird in diesem Psalm angesprochen. Krankheit und Sünde? Gibt es da einen Zusammenhang?

Vielleicht leidet der Beter ja gar nicht an einer Krankheit, sondern an seiner Schuld. Folglich geht es in dem Psalm möglicherweise nicht um Heilung im wörtlichen Sinn, sondern um Vergebung. Einige Bibelausleger meinen dies. Ja, auch heute fragen sich manche schwer kranke Menschen: „Warum bin ich krank? Wer hat Schuld? Ich selbst oder jemand anderes?“ Auch um dieses Problem geht es im Psalm 38.

Warum wird man krank? Auf diese Frage gibt es meist keine eindeutige Antwort, aber es gibt ein hilfreiches Mittel: Zuhören. Darum setzt der Beter seine ganze Hoffnung auf Gott, der das Verborgene sieht. „Herr, all mein Sehnen liegt offen vor dir, mein Seufzen war dir nicht verborgen“. Gott möge ihm beistehen und erretten und heilen an Leib, Seele und Geist. Wie wichtig ist es, wenn kranke Menschen in ihrer äußeren und inneren Not nicht alleine sind, sondern gemeinsam mit einem anderen Menschen ihre Sehnsucht Gott mitteilen. Manchmal schenkt Gott Heilung, manchmal schenkt er innere Ruhe und manchmal die Kraft, loszulassen und Geborgenheit in Gott zu finden.

Es grüßt Sie und Euch, Werner Wilker